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Montag, Mai 08, 2017

Wieso fressen meine Meisen keine Blattkäfer?



Fünf Vogelkästen hängen in meinem Garten, zwei sind besetzt. Bei den restlichen rätsle ich seit zwei Jahren, wieso sie nicht angenommen werden ...trotz Umhängens.  Außerdem bietet die mit Efeu bewachsene Kiefer Nistgelegenheit für Amseln und Ringeltauben, die auch dieses Jahr -erkennbar am Kot( Tauben) und leeren Eischalen.- sich dort häuslich eingerichtet haben. Und in der langweiligen Thujahecke nisten ebenfalls Amseln. Ein Vogelparadies auch die Umgebung...alter Baumbestand, wilder Unterwuchs....das Fisch führende Fließ. Eisvogel, Pirol, Bachstelze, Schafstelze, Zilp-Zalp, Nachtigall, Käuzchen , aber auch Reiher, Habicht und Krähen lassen sich durchaus auch mal in unserem kleinen Garten sehen. Zum Fotografieren müsste ich allerdings die passenden Objektive haben und die nötige Geduld.
Neben Moos und Heu wurden Hundehaare und Schafhaare verbaut
Immerhin ist es mir gelungen, die Blaumeisen im Schwegler-Kasten in unserem Apfelbaum zu erwischen. Inzwischen füttern beide  Eltern emsig.  Blitzschnell bingen sie eiweißreiche Insektenlarven an ...sind aber ebenso blitzschnell wieder draußen. Der Schwegler-Kasten hat drei Einfluglöcher...so dass ich sogar  beobachten konnte, wie beide kurz nacheinander in den Kasten einflogen und anschließend gleichzeitig links und rechts aus den Öffnungen wieder heraus.


Wo Wasser ist, sind auch Insekten, deshalb fliegen die Meisen meistens Richtung Fließhalbinsel hinter unserem Garten und bringen auch blitzschnell wieder Nahrung zurück. Sie würdigen die dort stattfindende Masseninvasion auf unserer rotlaubigen Haselnuss durch Käfer keines Blickes. Das mit der biologischen Schädlingsbekämpfung muss ich den Blaumeisen wohl noch beibringen.

Immerhin hat die Käferinvasion mein biologisches Interesse geweckt. Und nicht nur das, ich finde den blau schillernden Käfer und sein GartenWerk (Skelettierung der Laubblätter) ästhetisch ansprechend. Ich kann also nicht nachvollziehen, wenn Menschen sich angewidert  abwenden und sofort nach Gegenmaßnahmen googlen...um sich gegen die zu erwartende Invasion auf ihre Gartenkulturen zu wappnen.
Zunächst war mir nicht klar, um welchen Blattkäfer es sich handelt. Es gibt immerhin 470 verschiedene Arten allein in Deutschland.. Und da ich schon einmal in den Vorjahren grünlich schimmernde sehr ähnlich aussehende Käfer an Pfefferminze hatte, nahm ich an, dass es sich eben um dieselben handelte, obwohl die Minze hier noch gar nicht ausgetrieben hatte. Aber es ist nicht Chrysolina herbacea, der in ja in grünlichen Interferenzfarben schillert. "Meiner" schillert im Licht bläulich.
Erst beim Lesen eines netten keinen Artikel im Grünen Anzeiger (Achtung...Werbung) funktionierte die passende Schaltung im Hirn, und mein Blick fiel auf die hinter dem Grundstück hoch gewachsenen Erlen.

Die  Autorin Romke van de Kaa lobt in ihrem Artikel die niederländische Tradition Erlenhecken zu pflanzen, die allmählich verloren geht, weil diese abgeholzt werden, wegen wieder kehrender Erlenblattkäferinvasionen. Und eben dieser Blattkäfer namens Agelastica alni  mag nicht nur Erlenblätter, sondern geht durchaus auch an Haselnüsse.

Im Licht meiner Schreibtischlampe sehen ihre Flügeldecken eher  langweilig aus. 


Bei der Fotoaktion auf weißem Druckerpapier fühlten sie sich sehr gestört und sonderten -ähnlich wie Marienkäfer- gelbliche Hämolymphe ab. Und wie ich nachlesen konnte, machen so etwas auch ihre Larven. Es gibt sogar eine Dissertation im Netz, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt."Die Abgabe von Hämolymphe an verschiedenen Körperstellen (...) ist besonders für Blattkäfer der Unterfamilie Galerucinae typisch und auch für einige Larven beschrieben'.
 Und zu denen gehören eben auch Erlenblattkäfer. Vermutlich machte deshalb die Krabbenspinne einen großen Bogen um den dicken Käfer als ich fotografierte *grins*



Und meine Meisen wissen das sowieso , und kommen überhaupt nicht auf die Idee die Haselnusskäferkolonie mal abzuweiden...leider. Aber die sich dort aufhaltende Spinne wäre doch ein Happen gewesen.
Die Abwehrstoffe sind von den Käfern so aufbereitet, dass sie neben der (in der Dissertation) beschriebenen Wirkung bei Ameisen sicherlich auch die Schmackhaftigkeit für Vögel verändern.

Übrigens gingen die Erlenblattkäfer nicht an die Laubblätter anderer Bäume in unserem Garten, nur unser Nachbar klagte über eine Invasion im Laub seiner Kopfweiden.
Und was noch bemerkenswert ist,  den befallenen Bäumen schadet so ein Massenbefall nicht, sie treiben nochmals aus und die neuen Laubblätter haben sich dann mit neuen Inhaltsstoffen gewappnet, die sich ungünstig auf die Larvenentwicklung und Fruchtbarkeit der Käfer auswirken. Was noch zu beobachten wäre. 


Freitag, Januar 20, 2017

Heckenschweinchens Manieren



Ein Garten ohne Vögel geht gar nicht, vorausgesetzt, dass sie meinen Garten auch als einen Lebensraum für sich annehmen können. Und das tun nun nun mal nicht alle Vogelarten. Selbst Amseln haben ihre Vorlieben  und gehen nicht in allen Gärten auf Nahrungssuche oder suchen sich in ihm ihren Brutplatz. Meiner wird  von Turdus merula täglich heimgesucht. Sie wohnen geradezu drin ... Sie sitzen in Warteschlangen vor meinem Winterfutterangebot aus mit Sonnenblumenöl getränkten Haferflocken oder nehmen den Mispelbaum mit seinen matschigen Restfrüchten in Beschlag.
Andere wühlen emsig in der Laubstreu des Bodens...und hüpfen nur weg, wenn ich den Weg entlanggehe.


Als ich anfing hier meinen Garten zu gestalten , fand ich Winterfütterung eher überflüssig, hatte ich doch reichlich Vogelnährgehölze angepflanzt, die sie IMO über das ganze Jahr hätten zufriedenstellen können. Außerdem befindet sich mein Garten in einer Gegend, in der es noch Ruderalflächen gibt und alten Baumbestand mit Unterholz, und Nachbargärten, die noch nicht alle totgepflegt sind.  Einheitsrasen und Ziergewächse wie Rhododendron, Scheinzypresse, Bambus, Serbische Fichten, Thuja gibt es zwar zunehmend in den Gärten der Neubauten , aber ich sehe noch Gartengehölze,die Vögeln Nahrung und Brutraum anbieten. ( Liguster- Hainbuchen- und Eibenhecken, viel Efeu etc.)
Im Vorgarten sind die Efeubeeren schon an einigen Stellen reif


    Leere Samenkapseln des Pfaffenhütchens
    Aber Planung ist eben nicht alles, man muss die Tierwelt seines Gartens zu beobachten und sehen , ob sie die Angebote auch annehmen. Hier gibt es eine recht gute Übersicht, welche Pflanzen als Nahrungsquelle für Vögel überhaupt in Frage kommen.
    Und hier meine Bewertung der gepflanzten Gehölze in meinem Garten, speziell  hinsichtlich der Amseln.
    Vogelnährgehölze im Garten am Fließ
    Efeu Beeren werden erst im Frühjahr verspeist, wenn sie reif werden.
    Rosen/Hagebutten Die kleinen Hagebutten von PHM und Bobby James werden bevorzugt, sind aber schon nach dem ersten Frost weg.
    Zierapfel Der Zierapfel in meinem Garten hat sehr harte Früchte, die aber inzwischen alle weg sind. Ich konnte eine Amsel beobachten, die sich aus dem Flug davon bediente.
    Pfaffenhütchen Äußerst begehrte Früchte, die aber schon im November abgefressen waren.
    Apfelbaum Eher unbeliebt, selbst als ich verschrumpelte Äpfel aufgeschnitten auf der Terrasse angeboten hatte, blieben diese liegen. Geölte Haferflocken und Rosinen waren attraktiver.
    Mispel Es dauerte einige Jahre bis die heimischen Amseln sich daran bedienten, momentan der Renner bei ihnen.
    Aronia Die Früchte werden schon gefressen, wenn sie noch gar nicht ausgereift sind. Im September hängt da gar nichts mehr dran.
    Holunderbeeren Die Beeren meiner Holundervarietäten ( Guincho Purple und Co.) sind nur mittelgradig beliebt, sind im September aber auch weggefressen.


    Amseln sind Teilzieher im Winter, so  könnten auch Wintergäste aus Skandinavien in meinen Garten schauen und abchecken, ob es hier etwas zu fressen gibt. Ob unter meinen Besuchern also auch diejenigen bleiben, die hier in der Thujahecke ( sic! ) und auf einem Mauervorsprung gebrütet hatten, vermag ich nicht zu sagen. Mir sind alle willkommen, und da im Januar offenbar schon alles an natürlichen Angeboten abgefressen ist, stelle ich ihnen seit ein paar Jahren Untersetzer auf , die regelmäßig mit geölten Haferflocken gefüllt werden. Amseln gehen nun mal nicht an Meisenknödel und Futterspender.  Und wie im letzten Jahr sind es wieder die Untersetzer mit geölten Haferflocken, die hier gierig leer gefressen werden. Manchmal sind hier bis zu dreizehn Amseln in Wartestellung um das Futterangebot, und in den alten Laubbäumen am Fließ sitzen noch andere wartend im Geäst.
    Und es geht nicht gerade manierlich bei der Speiseneinnahme zu. Das innerartliche Aggressionsverhalten während der Brutzeit ist sicherlich jedem bekannt.
    "Außerhalb der Brutzeit sind Amseln meist sozial und können gemeinsam günstige Nahrungsquellen nutzen." lese ich bei wikipedia. Das kann ich nur bedingt bestätigen, so friedlich wie es
     wie es auf dem Foto erscheint war es nur für Sekunden...die Herrschaften hatten sich immer im Auge und verjagten sich ständig.Es war/ist ein Kommen und ein Wegfliegen.



    Es geht heiß her, und leider ist diese Kampfstätte weiter von meinem Beobachtungsfenster entfernt als die zweite Futterstätte vor dem Fenster , so dass die Fotos Glückssache sind. Die Untersätze sind zur Mittagszeit leergefressen, aber aufgefüllte Vorräte mit Aldi-Haferflocken und frischen Sonnenblumenöl, die allemal billiger sind als die vorgefertigte Fettfutterware aus dem Handel, liegen bereit ;-)
    Natürlich sind solche flachen Schalen kritisch zu bewerten, denn Vögel haben nun mal die Eigenkeit während des Fressens auch zu Koten. Dennoch muss ich meinen Heckenschweinchen zugute halten , nicht mitten im Napf sitzen , sondern sehr ordentlich von außen zu picken. Ganz anders als die Buntsprechte, die manchmal den Amseln Gesellschaft leisten.

    Heckensäue unterwegs
    Heckenschweinchen nenne ich sie, weil sie ebenso gerne , wie sie sich am Futternapf aufhalten, im Garten am Boden aufhalten . Dort besonders unter den Buchskugeln und Hecken, in den Beeten das Laub durcheinanderwirbeln, so dass alles auf dem Weg liegt. Das sieht dann aus als ob Mini-Wildsäue unterwegs waren.
    Echte Wildsäue im Wald



     Unter der Mispel sieht es auch entsprechend aus, sie hacken in die Mispeln, tragen sie weg und fressen sie am Boden ...

    Unter dem Baum bleiben dann die zerbröselten Reste und sicherlich auch Kot zurück.Natürlich ist das eine Keimquelle und somit unhygienisch. Die beständigen Minustemperaturen  verhindern Bakterienwachstum . Wann Viren absterben weiß ich nicht, denn die brauchen immer einen Organismus um sich zu vermehren.

    Speisereste unter der Mispel

    Das Usutu-Virus, das in einigen Bundesländern im letzten Jahr zum sogenannten Amselsterben führte, ist glücklicherweise noch nicht hier in Brandenburg nachgewiesen worden. Aber man weiß ja nie, wie schnell so etwas sich ausbreitet. 
    Allerdings wird es über Mücken verbreitet. (Seltsam...ich wusste gar nicht, dass diese Viecher auch Vögel stechen können.)Wissenschaftler haben sogar herausgefunden, dass Vögel ebenso oft gestochen werden wie Menschen. Das liegt am sogenannten Nonanal , ein Stoff den sowohl Menschen als auch Vögel ausdünsten, und der die Mücken anzieht.
    Aber über Mücken können wir aktuell nicht klagen....;-))
    Die Weihnachtsbeleuchtung hängt noch...




    Freitag, März 04, 2016

    In der Märzsonne

    Inzwischen ist der meteorologische Frühling eingeläutet, nur so richtig mag ich das noch nicht glauben. Die Nächte sind immer noch frostig hier draußen, beim Fahrradfahren ziehe ich noch Handschuhe an...und die Sonne ließ sich in den letzten Tagen auch nicht mehr sehen. Heute morgen wachte ich mit Kopfschmerzen auf..ist das der übliche Frühjahrsinfekt? Aber immerhin schien die Sonne. Etwas frische Luft in der Sonne würde mir gut tun. Also raus in den Garten...Vitamin D tanken.

    Die Märzenbecher sind pünktlich wie jedes Jahr gekommen. Sie gedeihen auch an schattigeren Stellen in meinem Garten zufriedenstellend, vermehren sich aber nur sehr langsam. Versät haben sie sich hier noch nicht, wie die Schneeglöckchen, obwohl das auch bei ihnen über Elaiosomen per Ameise geschehen soll.
    Meine vier Märzenbechertuffs stammen von einem vor über einem Jahrzehnt in einem Schleswig-Holsteinischen Garten abgestochenen Tuff ab, den ich dann irgendwann geteilt hatte. Vielleicht sollte ich das mal wieder tun.

    Mittwoch, Januar 06, 2016

    Neuschnee


    Jetzt gibt es ihn auch hier: Heute setzte morgens anhaltender Schneefall ein, so dass gegen acht Uhr dann schon ca. 8 cm Schnee den frostigen Boden bedeckten. Als Gärtnerin freut es mich, als Autofahrerin oder S-Bahn-Fahrgast eher nicht. Gut, dass ich heute meinen freien Tag hatte und nur von meiner Friseurin hörte, dass der Weg zu ihrer Arbeitsstätte zwei Stunden dauerte. Ich habe in etwa den gleichen Weg morgen, allerdings in umgekehrter Richtung, und freue mich nicht wirklich über einen zweistündigen Fahrweg, der im Bestfall nur 50 Minuten dauert.

    Unsere Wintergäste, Vögel, fressen wie die Scheunendrescher. Ein großer Sack Sonnenblumenkerne und Erdnussbruch ist schon wieder aufgebraucht. Ich habe heute wieder auf eine billigere Methode gewechselt, und habe Aldi-Haferflocken mit Sonnenblumenöl versetzt aufgestellt.
    Amseln sind Teilzieher , und wenn im Winter in Skandinavien Futtermangel herrscht, ziehen sie weiter Richtung Süden. Offenbar hat ihnen das Angebot hier gefallen. Im Garten sitzen überall Amseln herum und warten regelrecht auf Nachschub, heute morgen konnte ich allein acht zählen, es sind hauptsächlich männliche Vögel.
    Mein Gartengemahl hatte vor ein paar Tagen eine alte mehlig gewordene Banane auf die Terrasse gelegt; ich hatte noch geunkt, dass Amseln wählerisch sind. Aber die wurde ruckzuck verzehrt.
    Dabei hatten sie hier jahrelang die matschigen Mispeln verschmäht, bevor sie sie dann doch angenommen haben.
    Auch am Himmel tat sich noch einiges, einige Wildentengeschwader (?) zogen morgens über unsere Kiefer Richtung Südwesten-sie waren offenbar spät dran und hatten es eilig.
    Außerdem wagte sich der uns in den Vortagen beobachtende Kernbeißer endlich doch noch aus den hinteren Büschen nach vorne an den Futterplatz. Der Hunger verminderte seine Scheu.
    Auch einer der wohlgenährt aussehen
    den Eichelhäher ließ sich fotografieren, die sind zwar immer am Futterplatz, aber sobald er eine Bewegung am Fenster wahrnimmt, ist er weg. Diesmal nicht, ich habe ihn erwischt.

    "Bringet mich wieder nach Hause..."

      »Hinaus in die Ferne, for'n Sechser fetten Speck, den eß ick jar zu jerne, den nimmt mir keener weg, ...